Artikel im Weserkurier/ Die Norddeutsche vom 10.08.2018 

 

Neues Schulhaus in Blumenthal

 

Klassenräume mit Hightech

 

Michael Thurm 10.08.2018

Das Jahrgangshaus passt sich mit seinen klaren Formen den vorhandenen Gebäuden an. (Christian Kosak)

Blumenthal. Claudia Bogedan sprach von einem „schönen Moment für eine Bildungssenatorin“, Blumenthals Ortsamtsleiter Peter Nowack nannte es eine „großartige Leistung“ und Schulleiter Andreas Kraatz-Röper empfand nur „riesige Freude": Politiker und Pädagogen feierten gemeinsam mit dem ausführenden Architekten Hans Müller-Hirschmann vom Bremer Architekturbüro Rosengart und Partner – und selbstverständlich den Schülern – die Fertigstellung des neuen Jahrgangshauses der Oberschule an der Egge. Punktgenau zum Schuljahresbeginn wurde der Neubau offiziell eingeweiht

 

Lobgesänge und verbales Schulterklopfen sind bei Einweihungen öffentlicher Einrichtungen üblich, im Fall der Inbetriebnahme des Erweiterungsbaues an der Egge erklärt sich aber die Euphorie. Denn nur selten werden Bauprojekte noch vor dem geplanten Fertigstellungsdatum abgeschlossen und bleiben auch noch unterhalb der kalkulierten Kosten. Beides ist bei diesem Schulneubau gelungen. Für die Realisierung des Gebäudes standen der städtischen Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen und dem Architekten Hans-Müller-Hirschmann fünf Millionen Euro zur Verfügung. Unter dem Strich kostete die Ausführung 4 839 000 Euro. Dass der Kostenrahmen eingehalten wurde, freute wiederum Bildungssenatorin Claudia Bogedan.

 

Schulleiter Andreas Kraatz-Röper und seine Kollegen freuten sich dagegen mehr über das deutlich frühere Einweihungsdatum. Als im März 2017 die Bauarbeitenbegannen, gingen die Verantwortlichen noch von einem Abschluss der Arbeiten in diesem November aus. Das neue, rund 1800 Quadratmeter große Schulgebäude in Passivhausbauweise passt sich in seiner Bauart mit Flachdach und der hellen, verklinkerten Fassade den alten Gebäuden der „Egge“ fast nahtlos an.

Insgesamt bieten die drei Etagen des neuen Jahrgangshauses Platz für je drei Klassenräume mit jeweils etwa 26 Schülerinnen und Schüler, für zwei individuell nutzbare Räume sowie ein Lehrerzimmer, zu neudeutsch Lehrerstützpunkt. Dazu kommen auf allen Etagen die entsprechenden sanitären Anlagen, ein Foyer und ein mit Arbeitsplätzen für Schüler eingerichteter Lernflur. Um eine hohe Transparenz zu erlangen, wurden hohe Glasflächen und verglaste Türen verbaut, die einen freien Blick zwischen den Klassenräumen und dem Foyer ermöglichen. Auf Vorhänge wurde bewusst verzichtet. Um übermäßigen Lärm und Schall zu vermeiden, wurden spezielle Akustikdecken eingezogen.

„Wir haben eng mit der Schulleitung und den Lehrern zusammengearbeitet und versucht, ihre Wünsche zu erfüllen“, sagte Architekt Hans Müller-Hirschmann. Offenbar mit Erfolg, denn Schulleiter Andreas Kraatz-Röper sprach von einem „architektonischen Schmuckstück“, das pädagogische Arbeit nach modernen Maßstäben ermögliche.

Das neue Schulgebäude besitzt zudem ein Hightech-Ausstattung. Kreide und Tafel waren gestern, jetzt bestimmen die 75 Zoll großen „Activ-Panels“, Monitore mit Touchscreen-Funktion, die 60 Quadratmeter großen Klassenräume. „Wir freuen uns ungeheuer, dass wir unseren Schülern eine so innovative und ästhetisch anspruchsvolle Schule bieten können“, meinte Kraatz-Röper.

In den Genuss des neuen Schulgebäudes kommen zunächst die Jahrgänge fünf und sechs, einen Klassenraum erhält die angegliederte Oberstufe. „Eigentlich war geplant, dass die Jahrgänge fünf, sechs und sieben hier unterrichtet werden sollten, doch nun ist der fünfte Jahrgang fünfzügig geworden. Da blieb kein Platz mehr für den siebten Jahrgang“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Margarete Kloppenborg.

Während im Inneren des neuen Gebäudes ab sofort gelehrt und gelernt werden kann, müssen draußen vor der Tür noch die Handwerker und Gärtner arbeiten. Für die alten Bäume, die dem Neubau weichen mussten, sind zwar neue Bäumchen bereits gepflanzt worden und auch die Flächen, auf denen es bald grünen soll, sind schon angelegt, doch im Innenhof fehlt noch eine als Sitzfläche dienende Mauer rund um eine kleine Grünfläche. „Aufgrund der heißen Periode haben wir auf weitere Anpflanzungen und den Rasen bislang verzichtet“, sagte Müller-Hirschmann. Doch spätestens im Herbst sollen auch diese Arbeiten abgeschlossen sein.  

 

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